Ambulanz in Berlin

Ambulanz in Kiel

Hintergrund

Laut polizeilicher Kriminalstatistik werden in Deutschland jährlich etwa 15.000 Kinder Opfer sexueller Übergriffe. Die Mehrzahl der tatsächlich verübten sexuellen Übergriffe auf Kinder gelangt jedoch nicht zur Anzeige, bleibt damit von Justiz und Strafverfolgung unerfasst und taucht in keiner Kriminalstatistik auf. Dabei ist, nach derzeitigem Stand des Wissens, die Anzahl von Taten, die nicht angezeigt und demnach im so genannten „Dunkelfeld” verübt werden, in keinem anderen Kriminalitätsbereich der so genannten „Delikte am Menschen” höher als bei sexuellen Übergriffen auf Kinder.

Ein Hauptrisikofaktor für die Begehung von Missbrauchsdelikten an Kindern ist das Vorliegen einer sexuellen Präferenzstörung im Sinne einer Pädophilie. Männer, die sich sexuell zu Kindern oder Jugendlichen hingezogen fühlen, unterliegen einem besonderen Risiko, sexuelle Übergriffe auf Kinder zu verüben.

Seit Juni 2005 bietet das von Prof. Dr. Dr. Klaus Beier geleitete Institut für Sexualmedizin der Berliner Charité im Rahmen des Forschungsprojekts "Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch im Dunkelfeld" Therapieplätze für Männer an, die auf Kinder gerichtete sexuelle Fantasien haben, aber keine Übergriffe begehen wollen und therapeutische Hilfe suchen. Eine zweite Anlaufstelle gleicher Art wurde 2009 in Kiel unter der Leitung von Prof. Dr. Hartmut Bosinski eingerichtet.

Seit September 2010 bietet auch die Sexualwissenschaftliche Ambulanz an der Universität Regensburg unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Osterheider noch nicht straffällig gewordenen Männern mit pädophilen Neigungen eine kostenlose Therapie unter Schweigepflicht an. Dieses Angebot gilt, wie in den beiden anderen Ambulanzen, auch für die Nutzer von Kinderpornografie mit auf Kinder oder Jugendliche gerichteten sexuellen Fantasien und Wünschen, die deswegen therapeutische Hilfe suchen.